Breites Bündnis wirbt für „Ja“ am 28.6.

31. Mai 2026 | Pressemitteilungen

Am 15.04.2026 hat der Stadtrat der Stadt Nürnberg das Bürgerbegehren „Lieber zurück auf los statt Ausbau Frankenschnellweg“ für rechtskonform erklärt und den Bürgerentscheid auf den Sonntag, 28.06.2026, terminiert. Bereits ab 26.5.2026 will das Wahlamt der Stadt Nürnberg mit dem Versand von Briefwahlunterlagen an alle wahlberechtigten Bürger*innen beginnen. 

„Es geht nach 20 Jahren um nichts weniger als die erstmalige verbindliche Befragung der wahlberechtigten Nürnbergerinnen und Nürnberger, ob sie das Projekt Ausbau des Frankenschnellweges für weit über eine Milliarde Euro wollen oder nicht. Es geht insgesamt um etwa fünf Kilometer Straße. Und die wird nicht kreuzungsfrei. Denn 80% der auf dem Frankenschnellweges fahrenden Kraftfahrzeuge werden weiterhin Ampelkreuzungen haben. Die Stadt würde für rund 750 Mio. € einen zusätzlichen Tunnel für 20% Durchfahrtsverkehr bauen“, so Brigitte Sesselmann, Vertreterin des Bürgerbegehrens und Vorsitzende von Baulust e.V..

„Wir wollen stattdessen einen Ausbau des Straßenbahnnetz, eine echte Verknüpfung der Stadtteile, Platz für mehr Wohnungen und vor allem eine Planung, die schneller umsetzbar ist durch kleinere und damit günstigere Lösungen. Lösungen, die auch die Klimaveränderungen wie Hitze und Starkregen berücksichtigen und für mehr Grün in den Stadtteilen sorgen.“, so Sesselmann.

„Wir glauben, dass die Nürnbergerinnen und Nürnberger in Zukunftsfragen der Stadt weiter sind als so manche im Stadtrat und in der Stadtspitze. Wir sind zuversichtlich, am 28. Juni eine Entscheidung für eine zukunftsfähige Stadt zu bekommen“, so Michael Hauck, Vertreter des Bürgerbegehrens und Vorstandsmitglied im Verkehrsclub Deutschland (VCD), Regionalverband Großraum Nürnberg.

„Alle Nürnbergerinnen und Nürnberger werden finanziell für den schnelleren Durchgangsverkehr von Lkw finanziell bluten, wenn das Projekt kommen sollte. Mit den nötigen Leitungsverlegungen für Wasser, Strom oder Abwasser sind wir bereits bei 1.130.800.000 Euro Gesamtkosten“, so Hauck, der viele Jahre umweltpolitischer Sprecher der SPD in Nürnberg war und wegen der Haltung seiner Partei zum Ausbau sein Amt niederlegte.

Ein breites Bündnis aus Umweltverbänden, Planer- und Architektenvereinigungen, Bürgervereinen, Verkehrsorganisationen, Kulturinitiativen bis hin zu Kirchenvertretern unterstützen das Bürgerbegehren.

„Der Bürgerverein St. Leonhard-Schweinau steht klar gegen die Planungen und sagt JA im Bürgerentscheid. Uns sind mehr Straßen und nicht weniger zugedacht, was natürlich die schon bestehende insuläre Lage unseres Stadtteils nicht verbessert. Vom stadtplanerischen Aspekt – eine mögliche Bebauung des Fuggerstraßenareals – wäre ein Ausbau des FSW absolut kontraproduktiv“, so dessen Vorsitzender Klaus Thaler.

Dr. Joachim Habbe, Pfarrer der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern in Langwasser: „Mich treiben die zusätzlichen Todesfälle und Gesundheitsbeeinträchtigungen durch Abgase und Lärm um, die infolge des geplanten Ausbaues und die Bauphase zu erwarten sind. Deshalb JA zu besseren, gesundheitsverträglicheren Lösungen.“

Günther Raß, Vorsitzender des Vereins zum Schutz des Rednitztales: „Wir haben über 30 Jahre gegen den Bau einer Autobahn durch das Rednitztal gekämpft, letztlich auch erfolgreich. Der Englische Garten Nürnbergs ist bislang gerettet. Mit dem Ausbau des Frankenschnellweges zu einer Art Stadtautobahn droht die Debatte um eine Weiterführung zur A6 bei Schwabach wiederaufzuleben. Wir werben deshalb für das JA beim Bürgerentscheid.“

Michela Stömer von architects for future Nürnberg: „Als Planerinnen und Planer setzen wir uns für eine zukunftsorientierte Bauwende ein, die in erster Linie fordert, Bedarfe zu prüfen und Ressourcen zu schonen. Ein Tunnel, für den Beton in einer Größenordnung von fünf Betonkuben in der Größe des Plärrerhochhauses in den Untergrund eingebaut werden muss, verursacht CO2-Emissionen in einer Höhe, die in tausenden von Jahren nicht wieder kompensiert werden kann“.

„Der BUND Naturschutz stellt sich seit den 1970er Jahren gegen den Bau einer Stadtautobahn, weil dies mehr Lärm, mehr Abgase wie Stickoxide und Feinstaub und mehr klimaschädlichen KFZ-Verkehr in Nürnberg erbrächte. Leider entschieden die Gerichte nur über die formale Berechtigung der Planung und nicht, ob sie auch sinnvoll ist. Jetzt entscheiden die Bürgerinnen und Bürger Nürnbergs und wir hoffen auf ein mehrheitliches JA“, so Klaus-Peter Murawski, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Nürnberg-Stadt.

„Wer Klimaschutz will, stimmt mit JA. Wer eine nachhaltig umweltgerechte Stadt Nürnberg will, stimmt mit JA“, so Rolf Wirth, Greenpeace e.V. Gruppe Nürnberg.

„Wir Naturfreunde treten ein für Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit. Schon immer – und auch beim Frankenschnellweg! Deshalb stimmen wir mit JA beim Bürgerbegehren“, so Birgitta Meier von Naturfreunde e.V. Nürnberg-Mitte.

„Wir fordern die Verkehrswende für ein lebenswertes Nürnberg mit Vorrang für Fuß-, Rad- und öffentlichen Nahverkehr. Wir lehnen den kreuzungsfreien Ausbau des Frankenschnellwegs als aus der Zeit gefallenes Dinosaurierprojekt ab, schließen uns den guten Argumenten des Bürgerbegehrens an und werben für ein JA“, so Hille Grau, Energiewendebündnis Nürnberg.

Neben den unterstützenden zivilgesellschaftlichen Organisationen haben sich bisher neun Parteien des Stadtrates für einen Planungsstopp am Frankenschellweg ausgesprochen. Sie haben im Rat allerdings keine Mehrheit gegenüber der großen Koalition und hoffen auf eine Sachentscheidung der Nürnbergerinnen und Nürnberger unabhängig von Parteipräferenzen.

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