Nachdem der Gesprächstermin mit Herrn Krieglstein krankheitsbedingt abgesagt wurde, einen Punkt, über den gesprochen werden sollte und den wir in jedem Fall von SÖR einfordern wollten:
Eine transparente, kontinuierliche Information der Planung und eine faktenbasierte, sachlichere Kommunikation in Zukunft!
Genau damit werden wir uns hier auf www.frankenschnellweg.de beschäftigen und beginnen mit Objektplan zum Ausbau West – veröffentlicht im Werkausschuss von SÖR am 17.12.2025.
Während wir noch mit dem Sammeln von Unterschriften für unser Bürgerbegehren beschäftigt waren, hat SÖR munter weiter geplant, bzw. planen lassen. Denn man ging davon aus, dass die Mehrheit der Nürnberger Bürger den Ausbau wollen. Genau auf der Grundlage dieses Objektplans geht es nun nach dem Entscheid weiter.
Deshalb lohnt sich die Lektüre und das genaue Hinschauen, wir werden das tun und betrachten hier als erstes die
Folgekosten:
Dazu gibt es eine Aufgliederung, die doch in vielen Punkten stutzig macht und eklatante Fragen aufwirft:
- Wie kann es sein, dass trotz einem Mehr an versiegelter Fläche (nachzulesen in der Plafe Unterlage W13 „Ergebnisse der wassertechnischen Untersuchungen“), die Posten, Straßenunterhalt, Winterdienst, Straßenentwässerung, Reinigung der Regeneinläufe, gegenüber dem jetzigen Bestand gleich bleiben? Selbst wenn man argumentieren wollte, dass die Steigerung mengenmäßig zu gering (nur Straßenfläche: + 6.000 m2) sei, fragt man sich warum die Stützwand der Ringbahnzufahrt mit nur 932 € jährlich dann erwähnenswert ist?
- Der Unterhalt Lärmschutzwände wird jährlich mit 254.763 € angegeben. Wie entstehen diese exorbitanten Kosten? Besonders ärgerlich, wenn gerade diese als Kernstück der Maßnahme „zum Schutz der angrenzenden Bebauung“ bezeichnete Einrichtung zu diesen dauerhaft hohen Unterhaltskosten führt. Sind es am Ende die punktuellen Begrünungen auf der Anliegerseite, die diesen hohen Pflegeaufwand verursachen oder die freundlicherweise zur optischen Verbesserung aufgeklebten „Holzbetonfertigteile“, die jährlich geprüft werden müssen?
Unser Fazit:
Der Ausbau führt also angeblich zu keinerlei zusätzlichen Kosten im Unterhalt der Straße selbst. Dagegen suggerieren die hohen Kosten für den Unterhalt der Wände, was die Stadt bereit ist, für „Lärmschutz für die Bevölkerung“ dauerhaft zu investieren. Allerdings, wie wieder nachzulesen ist, nur in den Erdgeschossen ihrer Häuser!
Als zweites Thema werfen wir einen Blick auf das
Wording:
Bei der durchaus interessanten Beschreibung der Lärmschutzwände, die in diesem Fall eigentlich eine sachlich Baubeschreibung sein sollte, stolpern wir doch über ein paar Punkte, die öffentlicher angesprochen werden sollten:
Unter Pkt 3.4.4.1 gibt man zumindest zu, dass durch die gebogenen 8m hohen Lärmschutzwände eine „Tunnelwirkung“ in diesem Bereich des FSW entsteht und will diese „durch eine geteilte Konstruktion minimieren“.
Auch in der (üblicherweise sachlichen) Baubeschreibung verzichtet man nicht auf den bei SÖR inzwischen üblichen Werbesprech, wenn die Konstruktion der Wände glorifizierend beschrieben wird, wie durch die „optimale Strukturierung“ und die „schwebende obere Schale“ der Wand trotz ihrer Höhe „Dynamik und Leichtigkeit“ verliehen wird.
Unser Fazit:
Die von uns immer wieder angesprochene räumliche Wirkung dieses künftigen Straßenabschnittes wird keinen Autofahrer zu einer Geschindigkeitsminimierung veranlassen, selbst wenn, wie von Herrn Krieglstein angesprochen, eine Geschwindigkeitsbegrenzung vorgesehen sei. Diese Wirkung einer typischen Autobahn (die eigentlich innerstädtisch nichts zu suchen hat) wird dazu verleiten, dass man weiterhin mit hohen Geschwindigkeiten gerade auf den Bereich zufährt, in dem dann keinerlei Veränderung des FSW vorgesehen ist: zwischen Jansenbrücke und Rothenburger Straße.
Die seit Anbeginn gut eingeübten blumigen (grünen) Versprechungen zum Ausbau des angeblich „kreuzungsfreien“ FSW hat man inzwischen so verinnerlicht, dass man sie sich auch in einer sachlichen Baubeschreibung nicht mehr verkneifen kann. Gerade dort wo dieses Wording zum Einsatz kommt, sollte man besonders genau hinschauen und dann evtl. das „Schweben“ der Aluschale über dem Betonbauwerk einfordern, um deren „Leichtigkeit“ auch erfahren zu können.
Brigitte Sesselmann, Nürnberg 13.08.2026
